Presseinfo 2009

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Badische Neueste Nachrichten



Montag, 12. Oktober 2009

Das Schloss wurde zum orientalischen Wohnzimmer

Türkische Tage im Badischen Landesmuseum begeisterten

Der volle Gartensaal im Karlsruher Schloss war am Samstag der Beweis dafür, dass die türkischen Tage in der Fächerstadt längst etabliert sind. Das zweitägige Kulturereignis im Badischen Landesmuseum fand auch bei seiner dritten Auflage überaus großen Zuspruch. „Wir sind sehr zufrieden. Die Begeisterung der Leute gibt uns Mut, diese Veranstaltung auch in Zukunft weiter zu machen“, zeigte sich Naim Bayhan, stellvertretender Vorsitzender der deutsch-türkischen Kulturplattform, begeistert.

Auffällig war erneut das stark gemischte Publikum bei dem Kulturereignis. Neben den vielen türkischstämmigen Besuchern mischten sich viele Deutsche in das bunte Treiben. Schließlich kam beim überaus breiten Angebot niemand zu kurz. „Wir hatten so viele Vorschläge für die Veranstaltung, dass wir sogar selektieren mussten“, sagte Bayhan. Die Auswahl brachte eine Mischung aus Vorträgen, Musik, Museumsrundgängen und Aktionen für Kinder. Letztere standen besonders gestern im Fokus.


Die Kleinen konnten sich an einer orientalischen Tanzstunde beteiligen oder in der offenen Werkstatt musizieren. „Wir haben versucht darauf zu achten, dass es auch genügend Dinge für die Kinder gibt“, so Bayhan. Im kommenden Jahr solle aber der kulturelle Aspekt der Veranstaltung noch stärker ausgebaut werden. Doch auch am Wochenende wurde in dieser Hinsicht einiges geboten. Zu den Höhepunkten zählte dabei ein Vortrag von Ilber Ortayli.


Der Direktor des Topkapi Palast Museums in Istanbul gab dabei einen Einblick in die osmanische Kunst. „Das war schon sehr eindrucksvoll“, lobte Harald Siebenmorgen, der Direktor des Badischen Landesmuseums. Der Gastgeber zeigte sich aber auch abseits der Vorträge begeistert von den Vorgängen im Schloss: „Ich finde es einfach schön, dass die türkische Community hier wie selbstverständlich von den Räumen Gebrauch macht. Das ist wunderbar entspannend und macht das Landesmuseum zu einem alltäglichen Kulturhaus“, sagte Siebenmorgen.


Das Schloss wurde in ein riesiges orientalisches Wohnzimmer verwandelt, in dem literweise Tee floss und kulinarische Köstlichkeiten verzehrt wurden. „Ich bin zwar nicht nur wegen dem Essen hier, aber sicher auch“, betonte Albert Breitler, der die türkischen Tage schon zum zweiten Mal besuchte. Er zeigte sich offen für die fremde Kultur und war vor allem von der Lesung der Autorin Lale Akgün begeistert, die mit „Tante Semra im Leberkäseland“ einen Einblick in die Welt einer türkisch- deutschen Familie gab. Diesen Kulturmix wollen die Veranstalter der türkischen Tage selbst stärker fördern. „Deshalb streben wir vom Landesmuseum auch an, dass sie im kommenden Jahr auch deutsch-türkische Tage heißen“, sagte Siebenmorgen. Dadurch soll noch mehr deutsches Publikum ins Schloss gelockt werden.


Grund zum Klagen gab der Zuspruch aber nicht – das Gegenteil war der Fall: „Wir haben vor dem Schloss sogar extra ein Zelt aufgebaut in dem wir Essen anbieten, um den großen Andrang zu bewältigen“, betonte Bayhan. Wer sich drinnen im Gedränge die Beine vertreten wollte, hatte in den Ausstellungsräumen des Schlosses die Gelegenheit dazu.