Presseinfo 2007

Badische Neueste Nachrichten



Montag, 19, März 2007

Die Königin hielt Hof

Im Badischen Landesmuseum wurde Türkischer Tag gefeiert

Ruhig und gefasst steht die Königin da. Sie trägt ein langes, reich besticktes Kleid und darüber einen roten Mantel aus Samt. Auf dem Kopf trägt sie eine weiße Haube, die über und über mit glitzernden Steinen besetzt ist. In der Nähe stehen ihr Mann, der König, und eine ganze Armee an Gefolgsleuten. Die Königin, das ist die zehnjährige Akbay und ihre edle Kleidung nur ein Kostüm - eine Nachbildung der traditionellen Trachten der Janitscharen, Soldaten aus dem osmanischen Reich. Akbay und ihre Gefolgsleute, eine Horde Jungs in Kostümen mit langen Stäben aus Holz in der Hand, führen gleich einen Marsch auf.

Der Auftritt der jugendlichen Janitscharen war einer von vielen Programmpunkten am Türkischen Tag des Badischen Landesmuseums gestern im Schloss.


Anlässlich der Landesausstellung „Vor 12 000 Jahren in Anatolien - Die ältesten Monumente der Menschheit" stellte sich die Türkei den zahlreich erschienenen türkischen und deutschen Gästen vor. Neben dem Auftritt der Kinderjanitscharen wurden auch türkische Tänze aufgeführt, türkische und deutsche Literatur gelesen und die Geschichte des Kaffees vorgetragen.

Die Veranstaltung, organisiert durch das Türkische Generalkonsulat, das Badische Landesmuseum und die Deutsch-Türkische Kulturplattform, soll „den interkulturellen Dialog" fördern, sagte Harald Siebenmorgen, Leiter des Badischen Landesmuseums, bei der Eröffnung. In seiner Rede betonte er, welche tragende Rolle Anatolien bei der Entstehung Europas hatte und ließ seinen großen Willen, durchblicken, auch weiterhin verschiedene kulturelle Projekte mit der Türkei zu realisieren.

Auch der türkische Generalkonsul Sadik Toprak freute sich über den Türkischen Tag: „Ich bin stolz, zu was unsere Landsleute fähig sind, wenn sie zusammen kommen."


Zwischen den Aufführungen und Vorträgen, zog es die Besucher an den Informationsstand der teilnehmenden 28 türkischen Vereine, darunter der Verein Türkischer Akademikerinnen. Die Frauen hatten sich nach dem Mordanschlag von Solingen 1993 zusammengesetzt, um etwas für die Konversation zwischen der Türkei und Deutschland zu tun, erklärte Vereinsmitglied Sevim Jungmann.


Selbstverständlich wurden auch die Sonderausstellung über die ältesten Monumente der Menschheit aus Anatolien und die der Türkenbeute, die einen festen Platz im Karlsruher Schloss einnimmt, besucht. „Eigentlich ist im Badischen Landesmuseum jeder Tag ein türkischer Tag", stellte Siebenmorgen fest.


Monika Giemza